Gewinnung

Gewinnung

Die Wolle

Wolle der Angorahasen wird je nach Rasse durch Scheren (wie beim Schaf) oder Auskämmen (das Haar
wird von selbst abgestoßen und einfach ausgekämmt, nicht ausgerissen) gewonnen. Das Scheren ist, auch
wenn man noch so vorsichtig zu Werke geht, für die Tiere stressig. Natürlich nehmen es manche gelassener,
manche sind empfindlicher, aber spätestens bei den Fußsohlen werden alle ungeduldig. Wir sollten uns also
bewußt sein, dass wir mit der Wolle von Tieren einen sehr wertvollen, von lebendigen Wesen gespendeten
Rohstoff erhalten. Und wir sollten ihn entsprechend schätzen.

Das Besondere an meiner Angorawolle

Ich ermögliche meinen Hasen ein Maximum an natürlicher Lebensweise und versuche, die Wolle mit einem Minimum an Streß für die Tiere zu gewinnen. Das heißt: die Hasen leben im Familienverband und sitzen nicht einzeln im Käfig Der Nachteil dabei aus Sicht der Hasen: alle Männchen müssen kastriert sein, nicht nur wegen der Rivalitätskämpfe, sondern auch wegen der sprichwörtlichen Vermehrung. Dafür haben meine Langohren täglichen Auslauf und bekommen als Futter Gemüse und Weidegras, kein Kraftfutter, das die Nieren angreifen kann. Der Nachteil hierbei aus Sicht des Züchters: die Wolle erreicht nicht die unter Zuchtbedingungen mögliche Feinheit, sondern ist etwas "gröber" - wenn man bei Angorafasern überhaupt von "grob" sprechen kann. Die Schur erfolgt so behutsam wie möglich, unter Berücksichtigung individueller Eigenheiten wie kitzlige Füße (zeitintensiv), Nulltoleranz am Bauch (Erdnuß-intensiv), Langeweile (schon gut, wir machen später weiter!) ...

Der nächste Arbeitsschritt ist das Aufbereiten der Fasern zum Verspinnen.